Frei
16. Dezember 2020

Wir werden alle frei geboren doch unsere Freiheit wird uns vom ersten Tag an genommen. Wir sollen funktionieren. Uns in die Gesellschaft integrieren. Mit all ihren auferlegten Regeln. Mit ihren Normen, ihren Pflichten und ihren Konfessionen. Wir sollen uns ihnen anpassen und alle gleich werden.

Unsere Freiheit stirbt in dem Moment, wo andere beginnen Wissen in uns hinein zu packen, was sie selbst nicht benötigen und was auch wir nicht brauchen. Was uns nicht gut tut.

Dabei ist das schlichte und einfache Sein die reinste Form der Freiheit.

Freiheit bedeutet ankommen bei sich selbst. Unsere gestohlene Freiheit müssen wir irgendwann wieder erlangen. Jeder einzelne kämpft dabei ein Leben lang darum wieder so zu sein wie er oder sie ist.

Doch oftmals schaffen Menschen es gar nicht überhaupt diesen Gedanken zu fassen. Zu realisieren innerlich nicht frei zu sein. Sie leben wir selbstverständlich gefangen im Getriebe der Maschinerie unserer westlich industriellen Welt. Zeit für sich selbst findet kaum einer. Stress und Hektik bestimmen den Alltag. Den Arbeitsalltag, den Familienalltag und selbst im Urlaub jagen wir Terminen und Zielen hinterher.

Nur wenige kennen das Gefühl wirklich schwerelos zu sein. In dem Moment, wo sie die Zeit Zeit sein lassen und sich anpassen an den Rhythmus der Natur, an den Rhythmus, der in ihnen selbst steckt, aufstehen, schlafen, essen, so wie der eigene Körper es braucht, die Seele es verlangt, erst dann so d sie frei. Das ist echte innere Freiheit. Sein.

Und wie gehen wir nun mit dieser Freiheit um? Ohne andere damit zu belästigen? Eine schwierige Frage. Denn wir Menschen sind soziale Wesen und soziale Wesen brauchen einander. Zumindest früher oder später. Rücksicht und Respekt könnten hier eine Antwort sein. Achtung vor dem anderen. Den einzelnen Menschen so akzeptieren, so zu nehmen, wie er nun einmal ist. Nicht ihn verändern wollen, nicht an ihm herum Doktoren und ihm keine unnötigen Vorschriften machen. Keine blödsinnigen Forderung stellen.

Der Weg dorthin ist schwer. Immer wieder erwische ich auch mich, dass ich es wirklich schaffe.

Denn allein das Verlangen nach einem anderen Menschen widerspricht sich mit der eigenen Freiheit.

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