Frei geboren
17. Februar 2021

Wir werden alle frei geboren. Doch unsere Freiheit wird uns vom ersten Atemzug, vom ersten Tag unserer Anwesenheit auf diesem Planeten, genommen. Wir müssen funktionieren. Und wir müssen uns auf biegen und brechen in die Gesellschaft integrieren.

Eine Gesellschaft mit auferlegten Regeln. Mit festen und unausweichlichen Normen. Mit Pflichten und Konfessionen. Wir sollen uns der Maschinerie anpassen und alle möglichst gleich werden.

Unsere Freiheit stirbt in dem Moment, wo andere beginnen ihr Wissen, ihr Handeln und Denken in uns hinein zu packen. All das was Sie selbst nicht benötigen. Was wir nicht brauchen und was uns nicht gut tut.

Das schlichte einfache Sein ist die reinste Form der Freiheit. Doch unsere Freiheit müssen wir uns eines Tages selbst erkämpfen. Sie zurück holen. Denn Freiheit bedeutet nicht anderes als ankommen bei sich selbst.

Jeder einzelne Mensch kämpft ein Leben lang darum wieder so zu sein wie er oder sie ist. Viele wissen das nur gar nicht. Oftmals schaffen Menschen es nicht einmal überhaupt diesen Gedanken zu fassen. Ihn erstmal zu realisieren, dass sie nicht frei sind. Sie Leben gefangen und unwissend im Getriebe dieser riesigen Maschinerie der industriellen Welt.

Zeit für seine eigene innere Reise findet kaum einer. Stress und Hektik bestimmen den Alltag. Den Arbeitsalltag. Den Familienalltag. Selbst im Urlaub jagen viele noch Terminen und Zielen hinterher.

Nur wenige kennen das Gefühl grenzenlos und schwerelos Sein zu können. Ein Moment, wo die Zeit stehen bleibt und sie sich anpassen an den Rhythmus der Natur. An den Rhythmus, der in ihnen selbst steckt. Aufstehen, schlafen, essen sowie der eigene Körper und die Seele, nicht die vorgegebene Zeit, es verlangt. Das ist Freiheit.

Und sind wir zu dieser Erkenntnis gelangt, wie gehen wir nun mit unserem Verlangen nach dieser inneren Freiheit um? Ohne damit andere zu belästigen und das gesellschaftliche Gleichgewicht nicht zu stören? Eine schwierige Frage. Denn wir Menschen sind soziale Wesen und soziale Wesen brauchen einander. Zumindest früher oder später.

Rücksicht und Respekt könnten hier eine Antwort sein. Achtung vor dem anderen. Den Menschen so zu akzeptieren, so zu nehmen, anzunehmen wie er nun einmal ist. Nicht ihn verändern zu wollen. Nicht an ihm herum doktoren. Ihm keine Vorschriften in seiner persönlichen Entwicklung machen. Keine Forderung stellen, die nicht seinem Naturell entspricht.

Der Weg dorthin ist schwer. Denn schon allein das Verlangen nach einem anderen Menschen, einem Partner, widerspricht sich in Grunde mit dem eigenen Sein und der eigenen Freiheit.

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