Die Natur ist tot
25. Juli 2021

Ausgebeutet und ausgelöscht. Jedes Aufflammen der Natur sich selbst zu regenerieren wird im Keim erstickt. Ausschließlich der Mensch bestimmt, wo Natur sein darf und wie sie sein darf.

Der Mensch hat es längst verlernt natürlich zu leben. Er gestaltet alles nur nach seinen eigenen Plänen. Nach seiner eigenen Fasson. Und nach einem Bild, das er sich künstlich erschafft. Ein Streben nach der eigenen Kreation. Die Natur wird dabei hinten angestellt. Was natürlich geschieht wird abgeschafft und durch erdachte und gewünschte Flickenteppiche ersetzt. Wie es gerade passt und angemessen erscheint. Es zählt nur noch künstlich Erschaffenes, was dann als Natur und natürlich verkauft und vermarktet wird.

Wo sind wir hingekommen, dass jegliche echte Natur verbannt wird? Wie kann es sein, dass der Mensch sich überall einmischt und eine Welt basteln will, so wie sie ihm gerade am besten passt? Wie kann es sein, dass alles über den Haufen geworfen wird, was jahrhunderte, jahrtausende und jahrmillionen Bestand hatte? Was maßt der Mensch sich bloß an hier wieder und wieder einzugreifen?

Im Nachhinein jault er dann über seine eigenen Fehler. Nur weil er nicht einsehen will, dass er nicht das Oberhaupt des Großen und Ganzen sein kann. Wieso kann der Mensch nicht verstehen, dass er einfach nur ein winzig kleiner Teil auf diesem Planeten ist und sich der Natur zu fügen hat? In Einklang Leben wäre das Zauberwort. Annehmen und sich einreihen in das, was uns geboten wird.

Ich kann es nicht begreifen, warum Landschaften begradigt werden, Flüsse in künstliche Einbettungen gepresst werden, Zäune gebaut werden. Wälder erst gerodet und dann an anderer Stelle neu aufgeforstet werden.

Der moderne Mensch schreit nach Struktur. Doch die menschliche Struktur liegt außerhalb jeglicher natürlicher Vorgänge. Was da draußen passiert ist zu abstrakt, als dass der Mensch es verstehen kann. Nur will er dies nicht einsehen. Der Mensch will sich nicht fügen und greift deshslb weiter und weiter in seine Umwelt ein. Dabei merkt er gar nicht, dass sein eigener Darstellungsdrang für all das Chaos auf der Welt verantwortlich ist.

Wie kommt der Mensch darauf, nach Millionen von Jahren, in denen die Erde in ihrer Urform Bestand hat, plötzlich mit eigens erdachter Wissenschaft alles ändern zu wollen? Wie dreist ist er denn zu glauben, nach nur wenigen Jahren auf diesem Planeten, ihn in seiner Vollkommenheit zu kennen und nun führen zu wollen?

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