Der Mensch ist tot.
10. September 2021

Der Mensch lebt nicht. Kaum einer von ihnen lebt. Sie alle meinen nur, sie seien lebendig, doch in Wirklichkeit lebt keiner von ihnen. Sie alle sind längst tot. Haben zum Großteil noch nie das Leben an sich herangelassen. Doch das wissen sie gar nicht.

Sie existieren nur in dem Glauben zu Leben. Denn sie alle verharren nur in einem Dasein. Ein Dasein, was kein wirkliches Leben ist. Sie folgen einem fremden Rhythmus. Nicht ihrem eigenen. Sie passen sich an, sie unterwerfen sich, sie sind passiv und ohne Energie. Eben ohne echtes Leben.

Der Mensch tut alles, nur um nicht er selbst sein zu müssen. Eine tiefe Angst schlummert in ihm. Eine Angst vor sich selbst. Die Angst erkannt zu werden. Die Angst sich selbst nicht leiden zu können. Und die Angst nicht genug zu sein. Doch gut genug für wen? Für die anderen?

Deshalb versteckt sich der Mensch in der Masse und will um nichts auf der Welt auffallen. Er wird zum Clon, zum Roboter. Er arbeitet stumpf vor sich hin, gefangen in der Maschinerie der modernen Welt. Um wenigstens ein Leben vorzugaukeln, kauft er teure Autos, große Häuser, elegante Markenkleidung und macht extravagante und luxuriöse Reisen.

Oder er stellt sich in den sozialen Dienst und denkt von nun an nur noch an andere, nicht aber an sich selbst. Er rettet, er unterstützt, er übernimmt Verantwortung. Nur vergisst er sich selbst dabei. Während andere profitieren, verliert er sich selbst immer mehr.

Wieder andere gehen erst gar keinen Tätigkeit nach. Sie lassen sich von außen berieseln. Von früh morgens, bis spät in die Nacht. Über Internet und Fernsehen schauen sie anderen zu. Da wird sich unterhalten, gekocht, gespielt. Da wird Sport getrieben und von den großen Taten Fremder berichtet. Das eigene Leben verkümmert dabei auf dem Sofa. Tot.

Das Leben kommt von innen. Vom Mut und dem überwinden der eigenen Angst. Leben bedeutet Zufriedenheit, ohne den ständigen Drang nach höher, schneller, weiter. Leben ist die ganz persönliche und eigene Kreation seiner selbst.

Am Ende bleibt die Frage, wie kann man Leben in einer Welt, die der moderne Mensch erschaffen hat? Eine Welt in der Individualität nicht erwünscht ist und die Gleichheit der Masse zur Vereinfachung der Gemeinschaft um jeden Preis erhalten bleiben soll.

Mir scheint, der Einzelne hat kaum eine Chance auszubrechen aus dem System. Ein System voller Abhängigkeiten und Verpflichtungen, die einzig auf das Gemeinwohl, anstatt auf den Einzelnen zielen.

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